Zecken – der kleine Schrecken des „Survivalisten“

Zecken – der kleine Schrecken des „Survivalisten“

Zecken. Grosse Gefahr im Kleinformat. Krankheiten. Angst. Die Menschen verbinden sehr viele Ängste und Sorgen mit Zecken. Die einen sind dabei wohl übervorsichtig und wagen sich erst gar nicht mehr in die Natur. Andere wiederum lassen das Thema aussen vor und beachten die wichtigen Warnungen gar nicht. Beides ist unserer Meinung nach falsch. Es ist wichtig sich zu informieren. Vorsicht ist geboten aber überängstlich zu sein ist fehl am Platz.

Zecken sind kleine Tiere. In der Regel nicht viel grösser als ein Stecknadelkopf. Bei Zecken handelt es sich um sog. Spinnentiere. Diese gehören zur Ordnung der Milben. Die Zecken verfügen über eine enorm hohe Anpassungsfähigkeit betreffend Feuchtigkeit und Höhe. Dennoch, am liebsten halten sich die Zecken in Höhen von ca. 1000 M.ü.M. auf. Das heisst aber nicht, dass andere Regionen nicht auch von Zecken gefährdet sein können. Zecken mögen es feucht. Die Feuchtigkeit finden sie insbesondere in den feuchten Waldböden und im Unterholz. Sie halten sich in der Regel nicht höher als maximal einen Meter über dem Boden auf. Von den Sträuchern und Ästen aus befallen sie Tiere und Menschen, welche an ihnen vorbeikommen. Nach Befall suchen sie sich eine passende Körperstelle, stechen zu und beginnen, ohne dass wir etwas merken, Blut zu saugen. Durch diese Verbindung kann die Zecke ihre Krankheitserreger übertragen. Die Zecke sticht, auch wenn im Volksmund immer vom Zeckenbiss die Rede ist.

Über die ganze Welt gesehen gibt es über 900 unterschiedliche Zeckenarten. Das ist eine ganze Menge. In der Schweiz ist der sogenannte gemeine Holzbock am häufigsten anzutreffen. Aktiv ist er primär zwischen März und November.

Krankheiten:

Die mitunter gefährlichsten Krankheiten sind beispielsweise die Lyme-Borreliose (in CH rund 10`0000 Fälle pro Jahr), die Babesiose (selten), die FSME „Hirnhautentzündung“ (100 bis 200 Fälle pro Jahr) und die Ehrlichiose (selten).

Die Lyme-Borreliose:
Diese Krankheit wird auch Lyme-Krankheit genannt und kann sehr viel Schaden anrichten. Sie kann beispielsweise die Haut, Muskeln, das Nervensystem, die Gelenke aber auch das Herz angreifen. Wenn man diesen Befall nicht erkennt oder nur ungenügend behandelt, kann es zu bleibenden Behinderungen kommen.

+ Behandelbar            – Es gibt keine Impfung

FSME:
Es handelt sich hierbei um einen Virus, welcher im Volksmund auch mit Hirnhautentzündung gleichgesetzt wird. Tatsächlich kann dieser Virus zu einer Entzündung der Hirnhaut führen. Sollte es in der Tat zu einer entsprechenden Krankheit kommen, sind bleibende Schäden oder sogar der Todesfall möglich. Allerdings gibt es heute die Möglichkeit, sich gegen FSME zu impfen.

+ Es gibt eine wirksame Impfung             – Nicht Behandelbar

Wo schlagen die Zecken zu?

Wie bereits erwähnt, halten sich Zecken in Höhen von Null bis einem Meter über dem Boden auf. Das bedeutet aber nicht, dass Zecken uns nicht auch weiter Körper aufwärts stechen können. Die Zecken können, wenn sie uns erst einmal befallen haben, unbemerkt über den ganzen Körper wandern, bis sie eine freie und geeignete Körperstelle finden, um unser Blut zu saugen.

Problematisch sind insbesondere folgende Punkte. Wir merken in den meisten Fällen nicht,  wenn uns eine Zecke befällt. Des Weiteren begeben sich Menschen oft kopflos in den Wald. Es ist definitiv nicht ratsam, auch in der heissen Sommerzeit, mit kurzen Hosen durch den Wald zu streifen. Vorbeugen kann Leben retten. Ebenfalls zu empfehlen sind geschlossene Schuhe. Sandalen sind im Unterholz nicht zu empfehlen.

Zecken bevorzugen warme und feuchte Orte verbunden mit Stellen, an denen die Haut auch eher dünn ist, damit sie zustechen kann. Es sind dies insbesondere Kniekehle, Schambereich, Achselhöhlen und bei Kindern ganz besonders auch der Kopf, da dieser bei jüngeren Survivalisten noch nicht so hoch über die von Zecken bewohnten Gebüsche und Sträucher ragt. Natürlich sind auch Erwachsene Personen nicht von dieser Gefahr ausgenommen.

Es können aber sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen sowohl Hände als auch Füsse befallen werden.

Wie schütze ich mich?

Das Tragen von heller Kleidung ermöglicht unter Umständen, dass man eine Zecke vorzeitig entdeckt und entfernen kann

Das Tragen langer Kleidung und damit verbunden das Bedecken der Haut schützt uns, indem die Angriffsfläche reduziert wird. Achtung! Bloss weil wir lange Kleidung tragen, bedeutet dies nicht, dass wir nicht doch am ganzen Körper angreifbar sind.

Das Tragen von geschlossenen Schuhen und Socken ist einer weitere Möglichkeit die Angriffsfläche einzuschränken. Insbesondere in der warmen Jahreszeit tendiert man dazu, die Knöchel frei zu lassen indem man kurze Socken trägt. Das ist im Wald nicht zu empfehlen.

Das zusätzliche Auftragen von Zeckenspray kann möglicherweise Zecken fern halten oder es ihnen erschweren, uns zu attackieren.

Auf jeden Fall ersetzt keine Vorbereitung, nicht einmal eine Impfung, das anschliessende gründliche Absuchen des GANZEN KÖRPERS nach möglichem Zeckenbefall.

Was tun, wenn ich von einer Zecke gestochen worden bin?

Entfernen Sie die Zecke sobald als möglich. Es gibt dazu verschiedenste Werkzeuge und Techniken. Was es in jedem Fall zu beachten gibt, sind folgende Ratschläge:

  • Ziehen Sie die Zecke senkrecht heraus
  • Ziehen Sie NICHT ruckartig
  • NICHT verdrehen beim Herausziehen
  • NICHT quetschen beim Herausziehen
  • Achten Sie darauf, dass Sie die GANZE Zecke herausziehen, nicht nur Teile davon.
  • Desinfizieren Sie die Stichstelle, nachdem die Zecke entfernt wurde.
  • Sollten sich Rötungen um die Einstichstelle bilden, suchen Sie einen Arzt auf.
  • Notieren Sie sich das Datum eines Zeckenstichs. Sollte es zu einem späteren Zeitpunkt zu Komplikationen kommen, könnte Ihnen bzw. Ihrem Arzt diese Information weiterhelfen.

 

Quellen: Bundesamt für Gesundheit / Bundesamt für Statistik / Zecken.ch / Blick.ch / eigene Erfahrungen

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