Vorgehen bei der Wasseraufbereitung

Vorgehen bei der Wasseraufbereitung:

  1. Schwebstoffe herausfiltern:
  • Wasser muss immer so sauber wie möglich sein (möglichst wenig Schwebstoffe) à am geeignetsten sind Quellen oder Gebirgsbäche
  • Wenn das Wasser dennoch etwas verschmutzt ist, muss es vorgefiltert werden (mittels Filterpumpe – Achtung Verstopfung!, T-Shirt, Outdoorfilter usw.)
  1. Verunreinigungen durch Schwermetalle und Chemikalien:
  • Sehr schwer herauszufiltern à ausser durch Destillation
  • Allerdings ist die Gefahr einer solchen Verunreinigung fernab der Zivilisation äusserst gering à ausser das Gewässer kommt aus einem urbanen Gebiet, dann Finger weg!
  1. Verunreinigung durch Mikroorganismen:
  • Bakterien und Protozonen sind die meist verbreitetsten Mikroorganismen im Wasser (immer damit rechnen)
  • Viren finden wir meist nur in der Nähe menschlicher Siedlungen vor (Abwasser, Väkalien)
  1. Aufbereitungsarten um die Mikroorganismen herauszufiltern:
  • Abkochen
    • die meisten Krankheiterreger sterben bereits bei 70 Grad ab
    • um resistentere Krankheitserreger abzutöten, muss Wasser während 2-5 Minuten sprudelnd Kochen lassen – pro 300m Steigung muss das Wasser eine Minute länger kochen
    • als Nachteil darf der Bedarf an Zeit, Brennmaterial, sowie Kochgefäss aufgelistet werden
    • ebenfalls ein ein Nachteil ist, dass Schwermetalle, Chemikalien und Schwebstoffe durch Abkochen nicht auf dem Wasser entfernt werden können
    • Abgekochtes Wasser ist nicht dauerhaft sicher! Selbst in einer verschlossenen Feldflasche maximal während 24h aufbewahren

  • Outdoorfilter –> Notfallfilter mit verschiedenen Stufen natürlichen Materials
    • Solches Wasser gilt niemals als sicher –> nur für Survival-Situationen
    • Sehr gut geeignet um Wasser vorzufiltern

  • Outdoor-Wasserfilter (Pumpe)
    • gute Filter haben einen Mikronenwert von 0.2 –> lassen also nichts durch, was grösser als 0.2 Mikronen
    • es lassen sich also sehr gut Schwebstoffe aus dem Wasser filtern (–> wird nicht empfohlen), aber auch Bakterien und Protozonen
    • mit einem Filter von 0.2 Mikronen lassen sich keine Viren herausfiltern, da diese viel zu klein sind!
    • um dennoch Viren heraus zu filtern gibt es im Handel Filter, welche bis zu 0.02 Mikronen herausfiltern (teuer, geringe Leistung, viel Pflege)…
    • oder in zwei Schritten arbeiten –> erst normal filtern (0.2 Mikronen) und anschliessend Abkochen oder Chemische Desinfektionsmittel anwenden
  • Life-Straw
    • für den Life-Straw oder ähnliche „Strohhalme“ gilt das selber Prinzip wie bei den Pumpen. Wenn immer möglich also in zwei Schritten arbeiten

  • Chemische Wasseraufbereitungsmittel
    • sämtliche im Wasser vorhandenen krankheitserregenden Mikroorganismen werden durch den Einsatz solcher Mittel abgetötet – auch die Viren!
    • entfernen jedoch weder Schwermetalle noch Chemikalien und Schwebstoffe –> es empfiehlt sich das Vorfiltern
    • schwebstoffe müssen zwingend aus dem Wasser entfernt werden, da diese die Wirkung der Aufbereitungstablette verringern
    • müssen über einen längeren Zeitraum auf das Wasser einwirken – 30 min (Bakterien, Viren) bis zu 2h (Protozonen) –> sehr kaltes Wasser verlängert Reaktionszeit
    • Wasser ist bis zu 6 Monate konserviert – Tabletten sind ebenfalls lange haltbar
    • Kann nach Chlor schmecken

  • UV-Licht Geräte
    • Mit kurzwelligen ultra-violettem Licht wird DNA von Bakterien, Protozonen und Viren zerstört
    • Auch hier muss vorgefiltert werden
    • Sehr schnell – 90 Sekunden für 1 Liter Wasser
    • Benötigen jedoch Batterien
    • Wasser kann erneut verkeimen

  • Sonnenlicht
    • Beruht auf selbem System wie das UV-Licht Gerät
    • Nur Petflaschen mit maximalem Volumen von 2 Litern verwenden – sonst Volumen zu gross
    • Methode funktioniert in Kombination von Wärme, UV-Strahlen und Sauerstoffanreicherung – daher Flasche nur zu 2/3 füllen – 1 Minute schütteln zu Beginn
    • Einwirkzeit kann nicht genau bestimmt werden – Hilfsorganisation geben an entweder 6h bei praller Sonne oder 2 Tag bei bewölktem Himmel
    • Diese Methode funktioniert nur in Ländern mit extrem hoher Sonnenbestrahlung –> nicht in Europa!

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